Archiv | Mai, 2010

Aus fest mach flüssig: Produktion von Arganöl

21 Mai

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Arganöl so teuer ist? Sollten Sie schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, das flüssige Gold aus Marokko in der Küche anzuwenden, haben Sie vielleicht nach dem Blick auf den Preis schnell wieder Abstand davon gewonnen. Wenn Sie weiterlesen, werden Sie allerdings schnell sehen, warum das Vergnügen so kostspielig ist …

Arganbäume wachsen ausschließlich im Südwesten Marokkos. Alle Versuche, die jahrhundertalten Bäume in anderen Regionen zu kultivieren, schlugen bisher fehl. Ein Arganbaum trägt aufgrund der großen Trockenheit in Marokko in den meisten Fällen nur alle zwei Jahre Früchte.


Quelle: Wikipedia / Luc Viatour

Das Arganöl wird auch heute noch von den Berberfrauen Marokkos nach alter Tradition in einem aufwändigen Verfahren hergestellt: Die Früchte des seltenen Arganbaumes werden von Juli bis September geerntet und anschließend luftgetrocknet und gelagert. Sobald sie getrocknet sind, werden die recht harten Nüsse geschält und müssen mithilfe eines Steins aufgeschlagen werden. Die darin enthaltenen Kerne werden leicht geröstet und mit Wasser zu einer Masse vermengt, woraus die Berberfrauen von Hand das Öl pressen. Um einen Liter Arganöl zu gewinnen benötigt eine Frau einen ganzen Tag. Für diesen Liter werden wiederum 20 Kilogramm Kerne benötigt, die von Hand aufgesammelt werden. Da die Äste des Baumes viel zu stachelig sind, pflücken die Berberfrauen die pflaumenförmigen Früchte nicht direkt vom Baum, sondern sammeln sie vom Boden auf.

Einen Liter Arganöl zu gewinnen, ist sehr zeitaufwendig und kraftraubend. Das, und die Tatsache, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Arganbäumen gibt, macht das Öl so kostspielig. Doch die Investition lohnt sich: In der Küche wird es aufgrund seines nussigen Geschmacks immer öfter als Gourmet-Öl eingesetzt, in der Kosmetik wird das flüssige Gold für seine regenerierenden Eigenschaften geschätzt.

Marokko mal anders erleben

14 Mai

Die Reise durch die hügelige Landschaft im Südwesten Marokkos ist ein Erlebnis der besonderen Art: Schroffe Küstenlandschaft auf der einen Seite, auf der anderen karges Gelände gesäumt von Arganbäumen. Unweigerlich fragt sich der Reisende, wie überhaupt ein Lebewesen in dieser Gegend überleben kann. Aber genau das ist die Stärke des Arganbaumes: Angepasst an die raue Umgebung hat er sich zum wahren Überlebenskünstler entwickelt. Während der Trockenzeit schränkt der Arganbaum sein Wachstum ein, dazu speichert er Wasser in seinen Blättern. Sobald die ersten Regentropfen fallen, erwacht er und erstrahlt in voller Pracht.

Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieses Baumes: Es ist einer der ältesten Bäume der Erde und soll bereits vor über 80 Millionen Jahren in Südmarokko verwurzelt sein. Heute wächst der Arganbaum nur noch im Südwesten Marokkos, und zwar in einer kleinen Region zwischen Essaouira und Agadir. Durch seine Eigenschaften als Überlebenskünstler stellt er einen idealen natürlichen Schutzfaktor gegen die Wüste dar, weshalb die marokkanischen Regierung beantragt hat, die Heimatregion des Arganbaumes unter UNESCO-Schutz zu stellen.

Für die dort lebenden Ziegen sind die Blätter eine wahre Delikatesse, die marokkanischen Berber verwenden seit Jahrhunderten einen anderen wertvollen Bestandteil des Arganbaumes: Aus den Fruchtkernen wird ein besonderes Öl gewonnen – das Arganöl.

Das kostbare Arganöl wird traditionell als Heilmittel gegen Akne, Windpocken und zur Wundheilung allgemein eingesetzt. Aufgrund seiner hohen antioxidativen Eigenschaften wird das Öl ebenfalls in der Kosmetik geschätzt. Aber auch in der Küche braucht sich Arganöl nicht hinter seinen Konkurrenten zu verstecken: Vor allem der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E machen das Öl so wertvoll.

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